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zukunft im blick

„wir brauchen entdecker“

der Bereich Architektur und Innovation war schon früh bei der Fiducia & GAD Vorreiter für agiles Arbeiten. Dessen Leiter Gerd Müller, 56, erklärt im Interview, warum der Einstieg den Grundstein dafür legte, dass aus dem Unternehmen heute so viele Impulse für neue Lösungen und Anwendungen kommen.

Herr Müller, wann haben Sie begonnen, im Innovationsmanagement agil zu arbeiten?

Uns war von Anfang an klar: Wenn wir darüber reden, dass wir unsere Kunden mit innovativen Lösungen fit für den Wettbewerb der nächsten Jahre machen wollen, dann muss sich nicht nur unsere Denkweise ändern. Auch die Art, wie wir zu diesen Lösungen kommen, muss ganz anders sein. Daher war es völlig logisch, dass für unsere Innovationsarbeit agiles Denken und Arbeiten ein ganz wesentlicher Grundpfeiler ist.

Wie muss man sich das vorstellen?

Ideen und Geschäftsmodelle werden in kürzester Zeit, zum Beispiel in Workshops und Hackathons, entwickelt, anhand von Prototypen getestet und validiert. So erfahren wir schneller, welcher Ansatz Chancen bei der potenziellen Zielgruppe hat oder was noch einmal geändert werden muss. Bei der eigentlichen Umsetzung trägt die agile Softwareentwicklung dann dazu bei, erste Versionen funktionsfähiger Lösungen bereitzustellen, die am Markt erprobt werden können.

Welcher „Spirit“ ist dafür nötig?

Wir brauchen Entdecker. Ideen entwickeln, ausprobieren und gegebenenfalls auch wieder verwerfen: Wenn wir über Fintechs reden, ist es genau das, was uns an ihnen so fasziniert: diese unbefangene Leichtigkeit, mit der sie Innovationen angehen – sie „einfach machen“. Hier geht es um Freude am Experimentieren, die Lust am Tüfteln und den Mut, Risiken einzugehen. Wir wollen Innovationen nicht verwalten. Wir wollen einen Nährboden für sie schaffen. Wie ein Gärtner, der dafür sorgt, dass die Saat aufgeht.

Und wie soll diese Saat aufgehen?

Mit dem richtigen Klima (lacht). Innovationen gedeihen nur in einem Umfeld, das Freiräume schafft. Das jeden Einzelnen motiviert und eine Chance bietet, sich mit seinen Ideen im Unternehmen zu entfalten. Kurze Entscheidungswege, weniger Sicherheitsdenken und alternative Karrieremöglichkeiten. Ein Klima, in dem nicht Präsenzzeiten und Zielvorgaben, sondern Kundenorientierung und unternehmerisch denkende Teams den Ton angeben.

Gerd Müller
Gerd Müller
Leiter Architektur und Innovationsmanagement

„Wir wollen Innovationen nicht verwalten. Wir wollen einen Nährboden für sie schaffen.“

Wie schaffen Sie hierfür die nötige Einstellung bei den Mitarbeitern?

Voraussetzung dafür ist, dass im Unternehmen ein neues Mindset entsteht – über alle Ebenen hinweg. Dazu gehören Vertrauen, Mut und Dialog. Unser Ziel ist, dass die Mitarbeiter bei der Fiducia & GAD sich eingeladen fühlen, ihre Ideen für innovative Lösungen einzubringen, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und Verantwortung zu übernehmen. Doch damit das geschieht, müssen wir als Erstes auf der Ebene des Managements ansetzen. Authentisches Innovationsklima beginnt bei der Führungskultur.

Soll heißen?

Innovationsorientierte Führung bedeutet, die eigenen Teams in ihrem Ideenreichtum anzuspornen, ihrer Kompetenz zu vertrauen und ihnen Freiräume zum Mitmachen zu ermöglichen – auch wenn nicht jede Idee bis zum Schluss weiterverfolgt werden kann. Und sie bedeutet, keine Angst vor Fehlern zu haben. Denn sonst geht man nicht an seine Grenzen und wagt nichts Neues. Daher gehören Fehler bei Innovationsprozessen einfach dazu. Ich nenne sie „gute“ Fehler, da sie uns helfen zu lernen und besser zu werden.

Wie wollen Sie die Kunden in diesen Innovationsprozess einbinden?

Unsere Aufgabe sehen wir darin, die Innovationsaktivitäten in der Genossenschaftsgruppe wertschöpfend voranzubringen. Wir verstehen uns nicht als Elfenbeinturm, sondern als Inkubator für neue Ideen, als Netzwerker und Förderer der vielen findigen Köpfe und Querdenker bei der Fiducia & GAD, den Banken und im Verbund. Wir kooperieren hierbei natürlich intensiv und haben nicht den Anspruch auf ein Innovationsmonopol – das würde dem Geist von Open Innovation komplett widersprechen.

Wie soll sich diese Kooperation gestalten?

Ein konkretes Beispiel: Wir haben unter dem Titel „Einfach mitmachen“ eine offene Innovationsplattform etabliert, auf der wir die Fiducia & GAD mit unseren Kunden zusammenbringen. Dabei handelt es sich nicht um eine Plattform im technischen Sinn, sondern um einen Rahmen oder ein „Gefäß“. Sie bietet Freiraum für Experimente, schnelles Lernen und lässt auch Fehler zu. Daraus entstehen kreative Ideen für neue, intensive Formen der Zusammenarbeit mit den Banken sowie mit den Endkunden.

Dr. Martina Faust

einfach mitmachen

Plattform mit Rückenwind

Die Initiative „Einfach mitmachen“ ist 2018 durchgestartet. Das Besondere: Innovationsteams der Fiducia & GAD arbeiten auf der Online-Plattform und bei realen Treffen mit Bankern zusammen an kreativen Entwicklungen. Dabei können sie sich gezielt und nachhaltig über gemeinsame Projekte austauschen, Themen vorantreiben, Innovationen erproben, validieren und bei der Markteinführung schnell zum breiten Einsatz bringen. Martina Faust, 37, aus dem Bereich Architektur und Innovationsmanagement: „Bei den gemeinsamen Treffen geben wir Input und Methodenkompetenz, tauschen uns aus und arbeiten an konkreten Themen.“ Jeder entscheide selbst, wie viel Kapazität er in den Zwischenphasen einbringe.

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tüftlers fest und bankers freude

Jahr für Jahr entwickelt die Fiducia & GAD Prototypen für innovative Produkte und Lösungen, oft in Zusammenarbeit mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken. Inzwischen haben viele von ihnen einen hohen Entwicklungsstand erreicht und sind als Vor-Produkte, sogenannte Minimum Viable Products, teilweise bereits im Beta-Stadium. Wir stellen drei Projekte vor.

Elvis Ilić
kiu – finanz-chatbot im praxistest

Banking per App ist schon lange möglich. Doch viele Menschen wünschen sich eine einfachere und intuitivere Art, mit ihren Finanzen umzugehen. Hier kommt kiu ins Spiel. So heißt der Chatbot, den das neunköpfige Projektteam am Standort München erschaffen hat. Das Ziel: eine multibankfähige App, die eine breite Zielgruppe anspricht. Über Sprach- oder Texteingabe gewährt der digitale Assistent dem Nutzer Zugriff auf seine Bankkonten und die diversen damit verbundenen Funktionen. So sind nicht nur Informationen über Kontobewegungen abrufbar oder Push-Benachrichtigungen zu Salden und Umsätzen möglich: Sogar Überweisungen lassen sich ganz einfach per Spracheingabe tätigen. Entscheidende Daten von Empfängern, die häufiger Zahlungen erhalten, speichert kiu. So genügt beispielsweise der kurze Sprachbefehl „kiu, überweise 50 Euro an Lisa“, um den Vorgang in Gang zu setzen. Derzeit läuft der zweite Praxistest. „Wir haben 100 Banker eingeladen, sich die App in der Beta-­Version im Google Play Store herunterzuladen und gegebenenfalls auch an Kunden weiterzuempfehlen“, erzählt Product Owner Elvis llić, 44. Um kiu auch für iPhone-Nutzer zugänglich zu machen, arbeitet das Projektteam gerade mit Hochdruck an der iOS-Version.

Götz Weber
BOTTO: kurz vor dem rollout

Jährlich gehen etwa 700.000 Anfragen im Kundenservice der Fiducia & GAD ein. Bei einem Teil handelt es sich um einfache Verständnisfragen. Um diese in Zukunft noch schneller und qualifizierter bearbeiten zu können, hat ein achtköpfiges Team der Fiducia & GAD den virtuellen Assistenten BOTTO, ein lernendes System, entwickelt. In der Praxis stellt ein Bankmitarbeiter seine Frage an BOTTO im Browser des Endgeräts und erhält dazu von dem Chatbot passende Antworten. Diese verlinken auf die eigentliche Dokumentation, wo sich an der gesuchten Stelle das entsprechende Dokument öffnet. Product Owner Götz Weber, 53, ist sich sicher, dass der Chatbot bald zu einer wichtigen Säule der Banken und im Kundenservice wird und erklärt: „BOTTO kennt alle aktuellen Informationen aus dem Tagesgeschäft. Somit hält er den Kollegen den Rücken für wichtige Aufgaben frei.“ Nach einem Pilotprojekt mit drei Banken läuft derzeit eine zweite Testphase mit sieben weiteren Instituten. Der flächendeckende Rollout ist noch für 2019 vorgesehen.

Stefan Birghan
genosharing.de: mieten statt kaufen

Die regionale Verankerung und der genossenschaftliche Gedanke zählen ganz klar zu den Stärken der Volksbanken und Raiffeisenbanken. Hier setzt die Plattform genosharing.de der Fiducia & GAD an. Die Idee: mieten statt kaufen. Viele Artikel, die man sich für zu Hause anschafft, nutzt man tatsächlich nur selten. Warum sie dann nicht mit Menschen aus der Nachbarschaft teilen? Sowohl Privatleute als auch kommerzielle Anbieter können bei genosharing.de die unterschiedlichsten Dinge zum Mieten anbieten. Nachdem die Plattform mit der VR-Bank Altenburger Land eG an den Start gegangen ist, sind inzwischen weitere Institute hinzugekommen. Sie gehen auf die Kunden zu, für die genosharing.de als Vermieter interessant sein könnte, zum Beispiel Firmenkunden und Vereine. Als Affiliate-Partner erhalten sie bei jeder Vermietung, die ein von ihnen geworbener Kunde tätigt, eine Provision. Stefan Birghan, 46, Geschäftsführer der ORGA Consulting GmbH, die für genosharing.de verantwortlich ist, kann sich noch weitere Aktivitäten der Banken vorstellen: „Die Bank kann zum einen selbst zum Verleiher werden, zum anderen könnte sie als Übergabeplatz dienen.“ In beiden Fällen hätten die Kunden einen Grund, ihre Bankfiliale zu besuchen.

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fintropolis

Am 11. und 12. Oktober 2018 verwandelte sich das ehemalige Heizkraftwerk Berlin in eine futuristische Erlebniswelt.
700 Gäste reisten zum Event „Fintropolis“ an.
Das Motto: Werk.Stadt der Zukunft.

zwei Tage lang in die Zukunft eintauchen. So versprachen es die Organisatoren. Dabei ging es jedoch um weit mehr als nur das Bankwesen in zehn Jahren. So zeichnete Nils Müller mit seinem multimedialen Impulsvortrag im Fintropolis Zukunfts.Zentrum vor den Teilnehmern sein Bild von den kommenden Jahren. Der Gründer der Hamburger Innovationsberatung Trendone stellte Szenarien aus fast allen Lebensbereichen vor, die zwar für die meisten noch unvorstellbar sein dürften, allerdings in Teilen schon möglich sind: beispielsweise virtuelle Kleiderschränke, Häuser aus dem 3-D-Drucker oder auch Flugtaxis, die bereits in Dubai zum Einsatz kommen. „War in den vergangenen Jahren eine Zunahme von technischen Errungenschaften und Wissen von rund sieben Prozent pro Jahr erkennbar“, erklärte Müller, „so haben wir mittlerweile den Tipping Point (Anm.: Wendepunkt) überschritten.“ In Zukunft sei ein Plus von satten 70 Prozent im Jahr zu erwarten.

Um Visionen, Erfolgskonzepte für den digitalen Wandel oder die Frage, wie zukunftsbereit Deutschland und andere Länder sind, ging es auch in den Diskussionsrunden und Reden anderer prominenter Gastredner wie Sven Afhüppe, Chefredakteur des „Handelsblatt“, Tobias Kollmann, Mitbegründer der Plattform „AutoScout24“, die Managementberaterin und Bestsellerautorin Anja Förster („Zündstoff für Andersdenker“) oder der Digitalisierungs­experte und Blogger Sascha Lobo.

„Wir wollten durch den Blick über den Tellerrand neue Impulse setzen.“

Klaus-Peter Bruns

„Die Fiducia & GAD hat sich in Berlin frisch, innovativ und dynamisch präsentiert – sowohl bei den hochkarätigen Rednern, der Themenauswahl als auch der Location. Besonders gut fand ich die Zukunfts.Expo – den Marktplatz der Innovationen, wo ich vieles ausprobiert habe. Wir bauen in der Volksbank Dresden-Bautzen gerade ein eigenes Innovationsmanagement auf. Da war die Fintropolis eine super Gelegenheit zum Netzwerken und Austauschen – etwa über agile Arbeitsmethoden und innovative Ideen rund um unsere Branche.“

Mario Kotzur, 52,
Bereichsleiter Projekt- und Innovations­management bei der Volksbank Dresden-Bautzen eG

Das Besondere: Fast alle Vorträge stammten von Personen außerhalb der Bankenbranche. „Da unsere IT-Lösungen die Banken in Zukunft mit vielen anderen Systemen der regionalen Wirtschaft vernetzen werden, wollten wir durch den Blick über den Tellerrand neue Impulse setzen“, erläutert Klaus-Peter Bruns die Auswahl der Redner. Der Vorstandsvorsitzende der Fiducia & GAD trat am zweiten Tag selbst auf die Bühne und diskutierte mit Rainer Eisgruber, Marketingleiter des BVR, über Themen wie aktuelle Marktherausforderungen für das Banking von morgen oder die Digitalisierungsoffensive der Finanzgruppe.

Schwerpunkt der Veranstaltung waren die 35 sogenannten Zukunfts.LABS (für „Leben, Arbeiten, Banken und Sicherheit“), in denen die Besucher in Workshops selbst aktiv werden konnten. Hier lernten die Teilnehmer zum Beispiel, wie die Generation Alpha tickt – die ab 2010 geborenen zukünftigen Kunden, die mit Smartphone und Wearables aufgewachsen – und wie sie sich am besten erreichen lässt. In anderen Seminaren ging es um kollaboratives Arbeiten oder die Frage, wie beispielsweise Blockchains die Geschäftswelt komplett umkrempeln könnten. Sogar die Methoden und Werkzeuge von Hackern ließen sich testen. Der Bereich Banken beschäftigte sich mit Kryptowährungen, Fintechs und Bigtechs – also Google, Amazon, Apple, Facebook und Co. – sowie mit neuen Bezahlverfahren.

Als persönliches Highlight des bunten Programms beschrieben viele Teilnehmer die Zukunfts.Expo, auf der die Fiducia & GAD neue digitale Lösungen und die bisherigen Ergebnisse der Digitalisierungsoffensive vorstellte. An Arbeitsplätzen konnten hier Interessierte ausprobieren, wie zum Beispiel das neue Firmenkundenportal sowie die Firmenkunden-App, der Sprachassistent kiu oder die neue regionale Ausleihplattform genosharing.de funktioniert. Zudem gab die Fiducia & GAD Einblicke, wie sie Innovationen aufgreift und in marktfähige Anwendungen verwandelt.

„Wir haben den Tipping Point erreicht.“

Nils Müller, Trendone

„Die Vorträge und Workshops haben gezeigt, dass die digitale Transformation viel mehr als nur Technik und Prozesse ist. Sie bedeutet auch eine Veränderung der Kultur und des Miteinanders zwischen Kollegen in der Bank und den Kunden. Wir sollten uns als Banker nicht anmaßen zu wissen, was der Kunde von uns erwartet, sondern offen mit ihm darüber sprechen, gemeinsam Lösungen erarbeiten und dann anbieten. Gleiches gilt für die Prozesse in der Bank. Die müssen wir mehr im Sinne der Kunden und der Einfachheit ausrichten.“

Christoph Roß, 36,
Bereichsleiter Projekt-/Prozessmanagement bei der VR-Bank Kreis Steinfurt eG in Rheine

essen wie gedruckt

Wer bei all dem geistigen Input zwischendurch abschalten wollte, konnte sich nach Lust und Laune auf dem Zukunfts.Spielplatz austoben: etwa auf Icaros, einem futuristischen Workout-Gerät, bäuchlings auf Unterarme und -beine gestützt mit einer Virtual-Reality-Brille durch fremde Welten oder Galaxien schweben und nebenbei den Körper trainieren. Oder sich ein Rennen gegen ein „selbstdenkendes“ Spielzeugauto liefern und die Küche der Zukunft ausprobieren. Letztere bestand aus einem 3-D-Lebensmitteldrucker namens Foodini, der in wenigen Minuten fertige Gerichte herstellt. Per Touchscreen lassen sich etwa Pizza und Pasta sowie die gewünschte Form auswählen. Zur Zubereitung nutzt Foodini die in austauschbaren Kapseln bereitgestellten Zutaten, die der Drucker nur noch kochen oder backen muss.

Wer weiß: Mit solchen Anwendungen kommt vielleicht auch so mancher eingefleischte Skeptiker beim Thema Zukunft auf den Geschmack …

„Fintropolis hat den Nerv der Banken getroffen. Und das noch in einer außerordentlichen Location. Ich habe sämtliche Vorträge im Zukunfts.Zentrum besucht und in der Zukunfts.Expo an den Workshops zu den Themen IT-Lösungen für nachhaltige Bankgeschäfte, virtuelles Arbeiten und Open Innovation teilgenommen. Mir wurde dabei einmal mehr klar, dass es zur Weiterentwicklung des eigenen Unternehmens unbedingt nötig ist, sich fortlaufend mit dem Innovationsmanagement zu beschäftigen. Und dass innovationsfördernde Kultur ein Muss ist.“

Daniel Hirt, 54,
Mitglied des Vorstandes der Volksbank Schwarzwald Baar Hegau eG in Villingen-Schwenningen

„zukunft gestalten“

Maika-Alexander Stangenberg, 48, ist Leiter Kommunikation, Marketing und Vorstandsstab der Fiducia & GAD und gab den Impuls zum Zukunftskongress Fintropolis.

Herr Stangenberg, wie kamen Sie eigentlich darauf, ein Event wie Fintropolis zu veranstalten?

Unser Ziel war, junge, digital-affine Mitarbeiter bei unseren Kunden anzusprechen und sie als Botschafter für das Thema Digitalisierung zu gewinnen. Dabei wollten wir bewusst nicht den x-ten Digitalkongress anbieten, sondern mit neuen, ungewohnten Formaten Impulse für die Arbeit vor Ort geben.

Obwohl es ein Event für Banker war, ging es außergewöhnlich wenig um den Finanzbereich. Warum?

Die Welt ist unüberschaubarer, unberechenbarer geworden. Produkte und Marktgegebenheiten ändern sich schneller als früher. Daher wollten wir den Blickwinkel erweitern: Was passiert um uns herum? Was passiert in den nächsten zehn Jahren? Wir haben einen Ausblick auf die Arbeitsplatzgestaltung, das Konsumverhalten und das Entertainment von morgen gegeben. Es ging uns auch um die Frage, welche gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wichtig sein werden und letztlich: Welchen Einfluss hat dies alles auf das Geschäft unserer Banken?

Waren das futuristisch-stylishe Format und das saloppe Duzen auf der Veranstaltung nicht etwas gewagt?

In der Tat haben wir hier einen neuen Weg eingeschlagen – letztlich passte dies aber zum Charakter des Events, zur offenen Kommunikation auf Augenhöhe und dem zum Mitmachen und Mitdiskutieren einladenden Programm. Bei den Teilnehmern kam das ganz überwiegend sehr gut an, mal etwas lockerer miteinander umzugehen.

Maika-Alexander Stangenberg
Maika-Alexander Stangenberg
Leiter Kommunikation, Marketing und Vorstandsstab
Lesen Sie die Fintropolis-Trend- studie.

Kostenloser Download unter:

bit.ly/fintropolis