„kein stein auf dem anderen“

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

das Jahr 2018 war geprägt von Ereignissen, die sich kein Unternehmen im Jahresrückblick wünscht: Immer wiederkehrende Ausfälle und Störungen im Kernbankverfahren haben die Geduld der Volksbanken und Raiffeisenbanken bisweilen auf eine harte Probe gestellt. Daran gibt es nichts zu beschönigen.

Dies muss man ebenso offen ansprechen, wie man auch anerkennen muss, dass die Fiducia & GAD im vergangenen Jahr viel erreicht hat: Die Migration auf agree21 läuft nach Plan, ebenso der Rollout bei Windows 10 oder die IT-Realisierung der Digitalisierungsoffensive – um nur einige Beispiele zu nennen.

In den zurückliegenden Monaten ist aufseiten der Banken oft darüber diskutiert worden, ob sich die Fiducia & GAD womöglich zu viel auf einmal zugemutet hat. Der Aufsichtsrat sieht das anders: Das Unternehmen hatte keine andere Wahl, als die von allen Mitgliedern der genossenschaftlichen FinanzGruppe beschlossene Konsolidierung so zügig wie möglich umzusetzen.

Das Jahr 2020 wird zum Prüfstein für das Einlösen des damit verbundenen Versprechens.

Wenn man sich auf dem Markt umsieht und sich das Tempo vor Augen führt, mit dem die Digitalisierung im Bankwesen voranschreitet, erkennt man auch hier: Zu der hohen Schlagzahl bei den vielen Meilensteinen, die in den vergangenen Jahren bewältigt wurden, gab es keine Alternative. Die IT-Prozesse und -Anwendungen der Volksbanken und Raiffeisenbanken ohne Wenn und Aber für die Anforderungen der kommenden Jahrzehnte zu rüsten, ist nicht nur eine Aufgabe von höchster Priorität – sie ist eine existenzielle Pflicht. Wer mit der Geschwindigkeit des Wettbewerbs nicht Schritt hält, scheidet aus dem Rennen aus.

Der Aufsichtsrat möchte vor diesem Hintergrund betonen, dass die Fiducia & GAD trotz der großen Belastungen auch die schwierigen Herausforderungen des vergangenen Jahres mit Tatkraft und Entschlossenheit in Angriff genommen hat. Mit Hochdruck haben Vorstand und die weiteren Führungsebenen den Wandel des Unternehmens beschlossen, in die Wege geleitet und die Beschäftigten in kurzer Zeit von der Notwendigkeit der Transformation überzeugen und sie dafür begeistern können. Zeitgleich wurde mit beeindruckender Fokussierung auf die Bedürfnisse der Kunden eine Qualitätsoffensive zur Sicherung von Stabilität und Performance der Systeme in Gang gesetzt, bei der kein Stein auf dem anderen blieb.

Öffnung zur Transparenz, Mut zur Selbstkritik und eigenverantwortliches Engagement waren dabei nicht nur gefordert – sie haben sich auch zu einem neuen, wesentlichen Bestandteil der Unternehmenskultur entwickelt. Dieses Pflänzchen mag zwar noch zart sein, aber es wächst. Und mit ihm eine neue Ära in der Zusammenarbeit zwischen der Fiducia & GAD und den Volksbanken und Raiffeisenbanken.

Jürgen Brinkmann

Vorsitzender des Aufsichtsrats